Ich hab‘ was zu sagen | Meine Bewerbung zum Nachwuchsparlament 2016

Wenn man in Google „Nachwuchs“ sucht, kommt man auf folgende Definition:

Nach·wuchs der <Nachwuchss (Nachwuchses)> (kein Plur.)
1. Kind oder Kinder in einer Familie
2. in einem Arbeits- oder Fachgebiet die jüngere Generation, deren Angehörige im Beruf noch nicht etabliert sind oder eine Tätigkeit noch nicht voll ausüben der akademische Nachwuchs, der Nachwuchs des Fußballvereins

Meiner Meinung nach beschreibt diese Definition genau richtig, was es bedeutet neu in einer Branche zu sein. Klar, jeder ist der Nachwuchs seiner Eltern. Doch auch der Nachwuchs einer Branche zu sein, bedeutet zu einer anderen und neuen Familie zu gehören. Zumindest ist das für mich so.

Jahrelang hat mir die Schule vorgeschrieben, welche Fächer ich zu lernen habe und was später wichtig sein wird im Leben. Dass mir in meiner Freizeit aber ganz andere Dinge wichtig waren, hat niemanden interessiert. Und irgendwann glaubte ich selbst daran, dass Beruf und Privat zwei völlig verschiedene Dinge sind. Also machte ich meinen Abschluss, bildete mich weiter, fing ein Duales Studium in Stuttgart an. Immer in dem Glauben, mein Beruf müsste lukrativ sein und mein Leben finanzieren. Doch als ich 2014 mein angefangenes Wirtschaftsinformatik-Studium nach einem Jahr abgebrochen hatte, war ich mir sicher, dass ich so niemals glücklich werden könnte. Erst durch Freunde wurde mir bewusst: Auch mein Studium und mein Beruf können mir Spaß machen. Zu dieser Zeit war ich schon seit ungefähr 3-4 Jahren aktiv als Buchbloggerin unterwegs, hatte dank dieser Tätigkeit schon viele neue Leute kennen und lieben gelernt und setzte mich für mein Hobby ein, wo es nur ging. So begann ich also mein Studium an der Hochschule der Medien in Stuttgart im Bereich Mediapublishing. Und wurde zum Nachwuchs der Verlags- und Buchbranche. Erst jetzt sind mir die Auswirkungen wirklich bewusst.

Was will ich damit sagen? Natürlich habe ich es niemals bereut diesen mutigen Schritt gegangen zu sein. Doch viel wichtiger ist, erst nach und nach begreife ich auf welche wirklich unglaublich tolle Branche ich mich eingelassen habe. Vielleicht gerade weil ich vorher mit völlig anderen Gedanken an meine Zukunft gedacht habe, weiß ich jetzt, dass ich hier völlig richtig bin. Mein ganzes Leben dreht sich nur um eines: Das Buch! Jeder kann sich wirklich glücklich schätzen, wenn man sein Hobby zum Beruf machen darf. Genau das kann ich durch mein Studium.

Gerade weil ich mir selbst so sicher bin und mein ganzes Herzblut in diese Branche stecke, möchte ich diese auch aktiv mitgestalten. Auch wenn man den Printmedien dunkle Zeiten prognostiziert, das schreckt mich nicht ab. Im Gegenteil, ich glaube fest daran, dass durch mich und alle anderen Nachwuchskräfte die Branche weiterhin bestehen bleibt und neuen Wind in die Segel bekommt. Mit meiner Stimme, möchte ich etwas bewirken und zeigen, dass verlegen nicht nur heißt schwere alte Schinken auf den Markt zu bringen, sondern auch in der modernen Welt seinen Platz hat und braucht. Denn Content wird immer da sein, also muss es auch immer jemanden geben, der diesen aufbereitet und an die Menschen weitergibt.

Trotz aller neuen Medien, mit denen die neuen Generationen aufwachsen und mit denen ich vielleicht auch teilweise aufgewachsen bin, für mich war das Buch schon immer etwas Gedrucktes. Etwas zum fühlen, riechen, hören. Da bin ich bestimmt nicht die Einzige. Doch trotz aller lang behüteter Tradition, muss auch unsere Branche mit der Zeit gehen. Nichts besteht für immer, wenn es nicht überholt wird. Diese Denkweise kenne ich vor allem noch aus meiner früheren Tätigkeit in der Wirtschaftsinformatik: Software veraltet unglaublich schnell und muss möglichst gestern schon wissen, was ihre Anwender morgen möchten. Genau an so einen Punkt müssen wir auch. Wir können nicht davon ausgehen, dass Leser weiterhin blind kaufen, was wir ihnen vorsetzen. Wir müssen heute in Erfahrung bringen, was die Leser in 5 Jahren haben wollen. 

Eine Balance zwischen Fortschritt und Tradition zu finden ist die Aufgabe die uns bevorsteht. Ich sehe das nicht als Hürde, sondern als Herausforderung. Auch ich selbst trage beides in mir: Ich kann mich stundenlang alleine auf meinem Bett mit einem Buch beschäftigen. Doch durch meinen Blog, meinen YouTube-Kanal und den modernen technischen Hilfsmitteln will ich meine Erkenntnisse auch mit allen Interessierten teilen. Mein Blog ist zu einem Teil meiner Buch-Welt geworden.

Mein Herzblut für die Branche, mein sowohl modernes aber auch traditionelles Denken an das Medium Buch, als auch mein Engagement zeichnen mich aus.

Deswegen bin ich im Nachwuchsparlament genau richtig!

P.S.: Alle Infos zum Nachwuchsparlament und wie IHR euch bewerben könnt, findet ihr HIER im Internet.

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